Ein neues Hüft- oder Kniegelenk verändert in den ersten Monaten fast alles: wie Sie gehen, wie Sie sitzen, wie Sie schlafen. Viele Patientinnen und Patienten, die nach einer solchen Operation zu mir in die Praxis nach Cala Ratjada kommen, haben eine Gemeinsamkeit. Das neue Gelenk macht ihnen weniger zu schaffen als der Rest des Körpers. Schultern, Nacken und Rücken sind hart, das andere Bein ist müde, und der Schlaf ist unruhig.
Auf dieser Seite erkläre ich, warum das so ist, ab wann eine Massage nach einer Hüft- oder Knie-OP möglich ist, welche Massage in welcher Phase passt und wie ein Termin mit neuem Gelenk bei mir abläuft. Ich arbeite seit über 30 Jahren als staatlich anerkannte Masseurin und medizinische Bademeisterin, seit über zehn Jahren auf Mallorca. Die medizinischen Entscheidungen trifft immer Ihr Arzt. Was ich beitragen kann, ist Erfahrung damit, wie sich der Körper rund um ein neues Gelenk anfühlt und was Ihnen in dieser Zeit guttut.
Warum nach der OP nicht nur das neue Gelenk arbeitet
Nach einer Hüft- oder Knie-OP verteilt Ihr Körper die Last neu. Das geschieht automatisch und ist zunächst sinnvoll, weil er das operierte Bein schützt. Über Wochen führt diese neue Verteilung aber zu Verspannungen an Stellen, die mit der Operation selbst nichts zu tun haben.
- Krücken belasten Schultern, Nacken und Handgelenke. Mit Unterarmgehstützen tragen Arme und Schultergürtel bei jedem Schritt einen Teil Ihres Körpergewichts. Dafür sind diese Muskeln nicht gemacht, entsprechend fest werden sie.
- Der Rollator zieht nach vorn. Wer mit dem Rollator geht, beugt sich meist leicht vor. Der untere und mittlere Rücken hält diese Haltung den ganzen Tag.
- Das andere Bein trägt mehr. Hüfte, Oberschenkel und Wade der nicht operierten Seite arbeiten wochenlang mehr als sonst und ermüden schneller.
- Der Schlaf ändert sich. Viele Operateure empfehlen nach einer Hüft-OP für einige Zeit die Rückenlage oder ein Kissen zwischen den Beinen. Wer sonst auf der Seite schläft, wacht dann oft mit steifem Nacken auf.
- Die Schonhaltung bleibt. Auch wenn die Krücken längst in der Ecke stehen, gehen viele noch Monate mit einem leicht veränderten Gangbild. Die Muskulatur gewöhnt sich daran, und die Verspannung wird zum Dauerzustand.
Genau hier setzt eine Massage nach der OP an. Sie richtet sich nicht auf das neue Gelenk, sondern auf die Muskulatur, die Ihnen in dieser Zeit den Alltag ermöglicht. Ausführlich beschreibe ich das im Beitrag Warum Nacken und Schultern nach einer Hüft- oder Knie-OP so verspannt sind.
Ab wann ist eine Massage nach der OP möglich?
Die kurze Antwort: sobald Ihr Arzt zustimmt. Einen festen Zeitpunkt, der für alle gilt, gibt es nicht. Er hängt von der Art der Operation ab, vom Heilungsverlauf, von Ihren Medikamenten und davon, welcher Bereich massiert werden soll.
In Deutschland folgt auf einen Gelenkersatz meist eine Anschlussheilbehandlung (AHB), also eine Reha direkt nach dem Krankenhaus, in der Regel über rund drei Wochen. In dieser Phase liegt die Versorgung bei Ärzten und Physiotherapeuten. Eine Massage bei mir ist für die Zeit danach gedacht, oder begleitend, wenn Ihr Arzt das ausdrücklich befürwortet.
Für Ihren Arzt ist die Frage leichter zu beantworten, wenn Sie sie konkret stellen. Fragen Sie zum Beispiel:
- Darf ich mich am Rücken, an Schultern und Nacken massieren lassen?
- Darf das nicht operierte Bein massiert werden?
- Ab wann darf das operierte Bein selbst massiert werden, und gibt es Bereiche, die ausgespart bleiben müssen?
- Welche Lagerung ist erlaubt: Rückenlage, Seitenlage, Bauchlage?
- Muss ich wegen meiner Medikamente etwas beachten?
Die letzte Frage ist wichtiger, als sie klingt. Viele Patientinnen und Patienten bekommen nach einem Gelenkersatz für einige Wochen ein Mittel zur Thromboseprophylaxe. Mit Blutverdünnern bekommt man schneller blaue Flecken, deshalb passe ich den Druck an. Bitte sagen Sie mir also immer, welche Medikamente Sie nehmen. Mehr zu diesem Thema steht im Beitrag Ab wann ist nach einer Hüft- oder Knie-OP eine Massage möglich?.
Welche Massage passt nach einer Hüft- oder Knie-OP?
Welche Massage passt, hängt davon ab, wie lange die OP zurückliegt und was Sie gerade am meisten belastet. In meiner Praxis biete ich drei Formen an, die sich nach einer Hüft- oder Knie-OP sinnvoll ergänzen.
| Massage | Wofür | Wann sinnvoll |
|---|---|---|
| Entspannungsmassage | Nacken, Schultern und Rücken, die durch Krücken, Rollator und ungewohnte Schlafposition fest sind | Sobald Ihr Arzt zugestimmt hat, oft die erste Massage nach der OP |
| Muskuläre Regeneration | Das nicht operierte Bein und die Muskulatur, die durch die Schonhaltung dauerhaft mehr arbeitet | Wenn Sie wieder mehr gehen und die andere Seite spürbar müde wird |
| Sportmassage | Beanspruchte Muskulatur nach Wandern, Radfahren, Schwimmen oder Golf mit dem neuen Gelenk | Wenn Sie wieder aktiv sind, oft Monate nach der OP |
Die meisten Patientinnen und Patienten beginnen mit einer Entspannungsmassage für Rücken, Nacken und Schultern. Diese Bereiche sind nach der OP meist am stärksten verspannt und liegen weit weg vom operierten Gelenk. Wie die drei Formen sich unterscheiden und wann ich welche empfehle, beschreibe ich im Beitrag Welche Massage passt nach einer Hüft- oder Knie-OP?.
Wie ein Massagetermin mit neuem Gelenk abläuft
Ein Termin nach einer Operation braucht etwas mehr Vorbereitung als eine Massage ohne Vorgeschichte. Damit Sie wissen, was Sie erwartet, hier der Ablauf in vier Schritten.
- Vorgespräch. Wir sprechen über die Operation, das OP-Datum, die Freigabe und die Hinweise Ihres Arztes, Ihre Medikamente und darüber, wo Sie die Verspannung am stärksten spüren.
- Lagerung. Wir suchen gemeinsam eine Position, die für Sie angenehm und mit dem neuen Gelenk erlaubt ist. Nach einer Hüft-OP raten viele Operateure in den ersten Wochen davon ab, das Bein stark zu beugen oder die Beine übereinanderzuschlagen. Kissen und Polster helfen, diese Vorgaben auch auf der Massageliege einzuhalten. Nach einer Knie-OP achte ich darauf, dass das Knie entlastet liegt.
- Massage. Ich massiere die vereinbarten Bereiche und frage dabei nach, ob Druck und Position für Sie passen. Sie können jederzeit sagen, wenn etwas unangenehm ist.
- Nachgespräch. Zum Abschluss besprechen wir, wie Sie sich fühlen und ob ein weiterer Termin sinnvoll ist.
Bitte planen Sie für das An- und Ausziehen und das Hinlegen etwas mehr Zeit ein, besonders wenn Sie noch mit Krücken gehen. Bequeme Kleidung, die sich leicht ausziehen lässt, macht es einfacher. Mehr dazu im Beitrag Wie läuft ein Massagetermin mit neuem Hüft- oder Kniegelenk ab?.
Nach der OP auf Mallorca: für Residenten und Urlauber
Meine Praxis liegt in Cala Ratjada im Nordosten Mallorcas. Zu mir kommen zwei Gruppen von Patientinnen und Patienten mit neuem Gelenk.
Residenten. Viele Deutsche, die auf Mallorca leben, lassen sich in Deutschland operieren, machen dort die Reha und kehren danach auf die Insel zurück. Andere werden auf Mallorca operiert. In beiden Fällen fehlt danach oft ein Ansprechpartner, der Deutsch spricht und Erfahrung mit dem Körper rund um ein neues Gelenk hat. Meine Praxis ist aus Capdepera, Artà, Son Servera, Cala Millor, Sa Coma und S'Illot gut erreichbar.
Urlauber und Überwinterer. Wer mit neuem Gelenk nach Mallorca reist, ist oft mehr zu Fuß unterwegs als zu Hause, auf Promenaden, am Strand, auf Wanderwegen. Die Muskulatur meldet sich dann schneller. Weil meine Termine früh vergeben sind, planen Sie bitte mindestens vier Wochen im Voraus. Aus Deutschland erreichen Sie mich auch unter meiner deutschen Nummer +49 178 66 44 116.
Hausbesuche in Ihrer Unterkunft sind gegen Aufpreis nach Absprache möglich. Das kann besonders in den ersten Wochen nach der OP eine Erleichterung sein. Was Sie bei einer Reise nach Mallorca mit neuem Gelenk sonst noch bedenken sollten, beschreibe ich im Beitrag Mit neuem Gelenk nach Mallorca: Massage im Urlaub in Cala Ratjada.
Was Sie zwischen den Terminen selbst tun können
Eine Massage löst Verspannungen, aber was Sie in den Tagen dazwischen tun, entscheidet mit darüber, wie schnell sie wiederkommen. Diese Punkte gebe ich Patientinnen und Patienten nach einer Hüft- oder Knie-OP am häufigsten mit. Sie ersetzen keine Übungen aus der Reha, sondern ergänzen sie.
Krücken richtig einstellen lassen
Viele Verspannungen in Schultern und Nacken entstehen durch Unterarmgehstützen, die nicht zur Körpergröße passen. Als Faustregel gilt: Bei aufrechtem Stand und locker hängenden Armen sollte der Griff etwa auf Höhe des Handgelenks liegen. Sind die Stützen zu hoch eingestellt, ziehen Sie die Schultern bei jedem Schritt nach oben. Lassen Sie die Einstellung im Zweifel in der Reha oder im Sanitätshaus prüfen.
Schultern bewusst lockern
Wer an Krücken geht, merkt oft nicht, wie hoch die Schultern stehen. Nehmen Sie sich mehrmals am Tag einen Moment im Sitzen: Schultern langsam nach oben ziehen, kurz halten, dann bewusst fallen lassen und ein paar Mal nach hinten kreisen. Das dauert eine Minute und nimmt einen Teil der Spannung heraus, bevor sie sich festsetzt.
Pausen einplanen
Nach einer Hüft- oder Knie-OP ist die Versuchung groß, schnell wieder alles zu schaffen. Lange Wege mit Gehstützen ermüden die Arme und das nicht operierte Bein aber deutlich schneller als gewohnt. Kürzere Strecken mit Pausen sind für die Muskulatur besser als eine lange Strecke am Stück, gerade bei Hitze auf Mallorca.
Schlafposition unterstützen
Wenn Ihr Arzt Rückenlage oder ein Kissen zwischen den Beinen empfohlen hat, hilft ein zusätzliches flaches Kissen unter dem Nacken, damit der Kopf nicht nach hinten kippt. Wer morgens mit steifem Nacken aufwacht, liegt oft zu flach oder zu hoch. Probieren Sie verschiedene Kissenhöhen aus, bis der Nacken in einer Linie mit der Wirbelsäule liegt.
Auf die andere Seite achten
Das nicht operierte Bein trägt wochenlang mehr. Wenn Wade oder Oberschenkel dieser Seite abends schwer und müde sind, ist das ein Zeichen, dass sie Erholung braucht, nicht noch mehr Strecke. Genau dafür ist die muskuläre Regeneration in meiner Praxis gedacht.
Was eine Massage nach der OP nicht ersetzt
Eine Massage kann viel für Ihr Wohlbefinden nach der Operation tun. Sie ersetzt aber weder die ärztliche Nachsorge noch die Reha oder die Übungen, die Ihnen dort gezeigt wurden. Kraft und Beweglichkeit im neuen Gelenk entstehen durch gezieltes Training unter Anleitung, nicht auf der Massageliege.
Es gibt außerdem Anzeichen, bei denen Sie nicht zu mir, sondern sofort zu Ihrem Arzt sollten:
- Schmerzen, Schwellung oder Überwärmung in der Wade, besonders auf einer Seite
- Rötung, Überwärmung oder Flüssigkeit an der Operationswunde
- Fieber oder ein allgemeines Krankheitsgefühl
- plötzliche Atemnot oder Schmerzen in der Brust
- neue, starke Schmerzen im operierten Gelenk
Wenn mir bei einem Termin etwas davon auffällt, breche ich die Massage ab und bitte Sie, Ihren Arzt aufzusuchen.
Warum Patientinnen und Patienten nach einer OP zu mir kommen
Ich bin staatlich anerkannte Masseurin und medizinische Bademeisterin. Meine Ausbildung habe ich in Deutschland gemacht, begonnen bei Klaus Eder. Seit 1992 arbeite ich in diesem Beruf, seit über zehn Jahren in meiner Massagepraxis in Cala Ratjada. Dazu kommen Zusatzqualifikationen, unter anderem als Rückenschullehrerin beim Bundesverband der deutschen Rückenschulen (BdR). Bei Google haben mir Patientinnen und Patienten über 80 Bewertungen mit 5 Sternen gegeben.
In dieser Zeit habe ich viele Menschen in den Monaten und Jahren nach einer Hüft- oder Knie-OP massiert. Was ich dabei gelernt habe: Die meisten unterschätzen, wie sehr der übrige Körper in dieser Zeit mitarbeitet. Wer das weiß und rechtzeitig etwas für Schultern, Nacken, Rücken und das andere Bein tut, kommt oft entspannter durch die Zeit nach der Operation. Mehr über meinen Werdegang lesen Sie auf der Seite Über mich. Einen Überblick über meine Massagen finden Sie auf der Startseite.